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Die Welt in der Krise – worauf hoffen wir eigentlich?

achtsamkeit bewusstsein orientierung im leben wahrnehmung Aug 25, 2026

Wenn du dir heute ansiehst, was in unserer Welt geschieht, kann man schon ins Nachdenken kommen. Kriege, politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit, künstliche Intelligenz, Umweltprobleme und vieles davon scheint sich immer schneller zu entwickeln.

Vielleicht hast du dich deshalb auch schon gefragt: Wo führt das alles noch hin? Und gibt es überhaupt noch Hoffnung?

Genau mit dieser Frage habe ich mich in letzter Zeit intensiver beschäftigt. Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass wir vielleicht eine ganz andere Frage stellen sollten.

Darum geht es in diesem Artikel und im dazugehörigen Video.

Der Zustand der Welt – Gibt es noch Hoffnung?

Wenn du dir heute die Welt ansiehst, machst du dir dann manchmal Sorgen, wo das alles noch hinführt? Ein Krieg ist noch nicht vorbei, da beginnt schon der nächste Konflikt. Die politischen Spannungen nehmen zu. Unsere Wirtschaft wirkt immer instabiler. Künstliche Intelligenz verändert innerhalb weniger Jahre unsere Arbeitswelt und niemand weiß so richtig, wohin uns das führen wird. Gleichzeitig erleben wir Umweltprobleme, gesellschaftliche Spannungen und eine zunehmende Unsicherheit darüber, was morgen überhaupt noch Bestand haben wird.

Und vielleicht geht es dir manchmal ähnlich wie mir. Du siehst all diese Entwicklungen und fragst dich: Wo führt das alles noch hin? Wie wird die Welt aussehen, in der unsere Kinder und Enkel einmal leben werden? Und können wir überhaupt etwas daran ändern? Oder bleibt uns am Ende tatsächlich nur eines: zu hoffen? Wir sagen ja gerne: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber reicht Hoffnung wirklich aus? Oder haben wir vielleicht etwas ganz Entscheidendes über Hoffnung missverstanden?

Ich glaube, Hoffnung ist grundsätzlich etwas sehr Wertvolles. Gerade dann, wenn eine Situation schwierig wird. Wenn wir nicht mehr genau wissen, wie es weitergeht. Wenn Zweifel auftauchen. Wenn wir beginnen, den Glauben daran zu verlieren, dass eine andere Zukunft überhaupt noch möglich ist. Genau dann brauchen wir Hoffnung. Denn Hoffnung bedeutet für mich zunächst einmal: Ich kann noch immer eine andere Zukunft sehen. Ich weiß nicht, ob sie eintreffen wird. Ich weiß vielleicht noch nicht einmal, wie wir dorthin kommen. Aber ich erkenne: Sie ist noch möglich. Und ich glaube, genau deshalb kann Hoffnung eine unglaublich starke Kraft sein.

Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt. Eine mögliche Zukunft wird nicht dadurch Wirklichkeit, dass wir auf sie hoffen. Und vielleicht liegt genau hier eines der großen Missverständnisse unserer Zeit. Wenn ich mit Menschen über den Zustand unserer Welt spreche, begegnet mir nämlich immer wieder etwas Ähnliches. Viele sehen durchaus, was passiert. Sie sehen die Kriege. Sie sehen die Veränderungen in unserer Gesellschaft. Sie sehen, was mit unserer Natur geschieht. Sie spüren die wirtschaftliche Unsicherheit. Sie machen sich Sorgen um ihre Kinder und Enkel. Und trotzdem endet das Gespräch erstaunlich oft mit einem Satz wie: „Wir können nur hoffen, dass alles wieder gut wird.“ Und genau bei diesem Satz werde ich mittlerweile hellhörig. Denn was bedeutet eigentlich: „Wir können nur hoffen“? Bedeutet es: Ich sehe eine andere Möglichkeit und werde alles tun, was in meiner Macht steht, um dazu beizutragen? Oder bedeutet es: Ich sehe, dass etwas nicht stimmt – aber ich hoffe, dass irgendjemand oder irgendetwas es für mich lösen wird? Denn zwischen diesen beiden Formen von Hoffnung liegt für mich ein gewaltiger Unterschied.

Vielleicht liegt genau hier das Problem. Denn ich habe den Eindruck, dass wir Hoffnung heute sehr oft mit etwas anderem verwechseln: mit Warten. Wir sehen, dass etwas nicht stimmt. Wir machen uns Sorgen. Wir sprechen darüber. Und dann hoffen wir, dass es sich irgendwie wieder zum Guten wendet. Dass der Krieg irgendwann endet. Dass sich die Wirtschaft wieder erholt. Dass unsere Politiker die richtigen Entscheidungen treffen. Dass wir die Umweltprobleme irgendwie in den Griff bekommen. Dass neue Technologien am Ende mehr Probleme lösen als verursachen. Dass es für unsere Kinder schon irgendwie gut ausgehen wird. Und natürlich wünsche ich mir all das auch. Aber die entscheidende Frage ist doch: Was verändert unsere Hoffnung daran?

Wenn Hoffnung dazu führt, dass wir selbst genauer hinsehen, Entscheidungen treffen und handeln, dann kann sie eine ungeheure Kraft entwickeln. Aber wenn Hoffnung bedeutet, dass wir einfach weitermachen wie bisher und darauf warten, dass sich die Dinge von selbst zum Guten wenden, dann wird Hoffnung plötzlich zu etwas ganz anderem. Dann beruhigt sie uns. Sie nimmt uns vielleicht für einen Moment die Angst. Sie gibt uns das Gefühl, dass noch alles gut werden könnte. Aber sie verändert nichts. Und genau an dieser Stelle muss ich immer wieder an etwas denken, das ich vor vielen Jahren von meinem Lehrer Tom Brown und seinem Lehrer, den wir nur Großvater nannten, gelernt habe. Großvater sagte, dass wir im Leben im Grunde immer drei Möglichkeiten haben: Wir können dem Licht folgen. Wir können dem Dunklen folgen. Oder wir können gar nichts tun. Lange Zeit fand ich vor allem die ersten beiden Möglichkeiten interessant. Heute glaube ich, dass gerade die dritte für unsere Zeit von enormer Bedeutung ist. Denn auch wenn wir nichts tun, läuft die Welt weiter. Andere Menschen treffen Entscheidungen. Entwicklungen setzen sich fort. Dinge verändern sich. Nicht zu entscheiden bedeutet also nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet nur, dass wir selbst keinen Einfluss darauf nehmen, in welche Richtung es geht. Und vielleicht ist genau das die Gefahr einer falsch verstandenen Hoffnung: Sie kann uns das Gefühl geben, dass wir etwas tun, obwohl wir in Wirklichkeit nur warten.

Vielleicht denkst du jetzt: Was soll ich denn tun? Ich kann keinen Krieg beenden. Ich kann die Weltwirtschaft nicht verändern. Ich entscheide nicht darüber, wie künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Und ich kann auch nicht alleine unsere gesellschaftlichen oder ökologischen Probleme lösen. Das stimmt. Aber vielleicht ist das auch gar nicht der erste Schritt. Denn bevor wir überhaupt entscheiden können, was wir tun sollen, müssen wir etwas anderes können: Wir müssen erkennen, was tatsächlich geschieht. Und damit meine ich nicht, dass wir noch mehr Nachrichten lesen müssen. Informationen haben wir heute wahrscheinlich mehr als jede Generation vor uns. Ich meine etwas viel Grundsätzlicheres: Wir müssen wieder lernen, die Signale der Wirklichkeit wahrzunehmen.

Genau das war eines der wichtigsten Dinge, die ich von meinem Lehrer Tom Brown gelernt habe. Tom wurde immer wieder hinzugezogen, wenn Menschen vermisst wurden oder Kriminalfälle mit seinen besonderen Fähigkeiten unterstützt werden konnten. Er unterrichtete Angehörige von Spezialeinheiten und Menschen, bei denen die Fähigkeit, kleinste Signale zu erkennen, im Ernstfall entscheidend sein konnte. Und dort lernte ich etwas, das weit über das Spurenlesen hinausgeht: Nichts geschieht einfach plötzlich. Bevor etwas geschieht, gibt es Signale. Wenn ein Tier durch den Wald gegangen ist, hinterlässt es Signale. Wenn das Wetter umschlägt, gibt es Signale. Wenn eine Beziehung auseinanderbricht, gab es meistens lange vorher Signale. Wenn dein Körper krank wird, gibt es häufig vorher Signale. Und auch eine Gesellschaft verändert sich nicht von heute auf morgen. Auch sie sendet Signale.

Das Problem ist also vielleicht gar nicht, dass wir zu wenig wissen. Vielleicht besteht unser Problem darin, dass wir zwar unglaublich viele Informationen bekommen, aber immer schlechter darin geworden sind, zu erkennen, was sie eigentlich bedeuten. Und an dieser Stelle lohnt es sich vielleicht, einmal eine ganz persönliche Frage zu stellen: Wie gut ist meine eigene Wahrnehmung eigentlich? Denn die meisten von uns würden wahrscheinlich sagen: „Eigentlich ganz gut.“ Aber woher wissen wir das? Welche Signale nehme ich wahr? Welche übersehe ich? Und wie viel von dem, was tatsächlich um mich herum geschieht, erreicht mich überhaupt noch?

Genau deshalb habe ich eine Wahrnehmungsüberprüfung entwickelt. Sie soll dir nicht erklären, was du denken oder wie du die Welt sehen sollst. Sie gibt dir vielmehr die Möglichkeit, deine eigene Wahrnehmung einmal ganz konkret zu überprüfen und selbst herauszufinden, was du bereits wahrnimmst und was dir möglicherweise bisher entgeht. Du kannst hier direkt damit beginnen:

Wahrnehmung überprüfen

Denn bevor wir darüber sprechen können, welchen Weg wir als Gesellschaft einschlagen sollten, müssen wir vielleicht erst einmal herausfinden, wie gut wir überhaupt noch darin sind, die Wirklichkeit wahrzunehmen.

Und genau hier wird es für mich beim Zustand unserer heutigen Welt besonders interessant. Denn vielleicht übersehen wir nicht nur einzelne Warnsignale. Vielleicht interpretieren wir sie auch immer wieder aus derselben Perspektive. Wenn etwas nicht funktioniert, versuchen wir es zu reparieren. Wenn das nicht reicht, versuchen wir es effizienter zu machen. Wir entwickeln neue Technologien, neue Regeln, neue Programme und neue Lösungen. Aber eine Frage stellen wir erstaunlich selten: Was, wenn die vielen Probleme, die wir gerade erleben, nicht nur einzelne Fehler innerhalb unseres Systems sind? Was, wenn sie Signale dafür sind, dass wir unsere grundlegende Ausrichtung überprüfen sollten?

Aber woran erkennen wir eigentlich, ob unsere grundlegende Ausrichtung noch stimmt? Das ist gar keine so einfache Frage. Denn wir Menschen haben uns über Jahrtausende eine eigene Welt geschaffen. Wir haben Wirtschaftssysteme geschaffen. Politische Systeme. Bildungssysteme. Gesundheitssysteme. Technologien. Regeln und Gesetze. Und wenn innerhalb dieser Welt ein Problem entsteht, suchen wir meistens auch innerhalb dieser Welt nach der Lösung. Wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, versuchen wir die Wirtschaft zu verändern. Wenn unser Bildungssystem Probleme hat, reformieren wir das Bildungssystem. Wenn Menschen mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen, versuchen wir ihnen zu helfen, innerhalb dieser Welt wieder besser zu funktionieren. Und vieles davon ist natürlich sinnvoll. Aber vielleicht übersehen wir dabei eine viel grundsätzlichere Frage: Was, wenn nicht alles, was wir gerade erleben, ein Problem ist, das innerhalb dieses Systems gelöst werden kann?

Was, wenn manche dieser Probleme Signale sind, dass wir uns einmal fragen sollten, ob unsere grundlegende Ausrichtung überhaupt noch stimmt? Für mich gibt es dabei einen Bezugspunkt, den wir weitgehend aus den Augen verloren haben: die natürliche Welt. Wir Menschen haben sehr lange nicht außerhalb der Natur gelebt. Wir waren ein Teil von ihr. Wir mussten ihre Signale wahrnehmen, weil unser Leben davon abhing. Wir mussten erkennen, wann sich das Wetter verändert. Wo Wasser zu finden ist. Wie sich Tiere verhalten. Wann ein Boden erschöpft ist. Was wir nehmen können. Und wann wir aufhören müssen zu nehmen. Die Natur gab uns ständig Rückmeldung. Und wir mussten darauf reagieren.

Heute haben wir uns eine Welt geschaffen, in der wir einen großen Teil dieser Rückmeldungen kaum noch unmittelbar wahrnehmen. Und vielleicht ist genau das ein Teil unseres Problems. Wir versuchen unsere künstlich geschaffene Welt immer weiter zu optimieren, während wir gleichzeitig immer weniger danach fragen, was uns die natürliche Welt eigentlich zeigt. Vielleicht geht es deshalb gar nicht zuerst darum, ein neues System zu erfinden. Vielleicht sollten wir zunächst wieder lernen hinzusehen. Denn erst wenn wir erkennen, welche Signale wir übersehen haben, können wir überhaupt beurteilen, ob wir nur ein paar Dinge reparieren müssen – oder ob wir an manchen Stellen einen anderen Weg einschlagen sollten.

Und genau darin liegt für mich übrigens Hoffnung. Nicht in der Vorstellung, dass schon irgendjemand alles wieder in Ordnung bringen wird. Sondern in der Erkenntnis: Ein anderer Weg ist noch möglich. Aber damit dieser Weg Wirklichkeit werden kann, reicht es nicht, ihn für möglich zu halten. Wir müssen uns entscheiden, ihn auch zu gehen.

Aber vielleicht ist die entscheidende Frage gar nicht, ob es noch Hoffnung gibt. Vielleicht sollten wir uns eine ganz andere Frage stellen: Wofür lohnt es sich eigentlich zu hoffen? Denn was bedeutet es, wenn wir sagen: „Ich hoffe, dass alles wieder gut wird.“ Was soll wieder gut werden? Soll die Welt wieder so werden wie vor fünf Jahren? Vor zwanzig Jahren? Wollen wir einfach nur, dass die Kriege aufhören? Dass die Wirtschaft wieder wächst? Dass unser eigenes Leben möglichst sicher weitergeht? Oder haben wir überhaupt eine Vorstellung davon, wie eine Welt aussehen könnte, für die es sich lohnt, etwas zu verändern?

Ich glaube, genau diese Frage fehlt uns heute. Wir sprechen unglaublich viel über die Probleme unserer Zeit. Wir wissen ziemlich genau, was wir nicht wollen. Aber wissen wir auch noch, was wir wollen? Und damit meine ich nicht unsere persönlichen Ziele. Ein größeres Haus. Mehr Geld. Mehr Sicherheit. Eine schöne Reise. Das alles können völlig berechtigte Wünsche sein. Aber sie beantworten nicht die Frage: In welcher Welt möchtest du eigentlich leben? Und noch wichtiger: In welcher Welt sollen deine Kinder und Enkel einmal leben?

Denn wenn wir darauf keine Antwort haben, wird Hoffnung sehr schnell zu Wunschdenken. Dann hoffen wir einfach darauf, dass die Zukunft irgendwie gut wird. Ohne überhaupt zu wissen, was dieses „gut“ eigentlich bedeutet.

Vielleicht brauchen wir deshalb nicht mehr Hoffnung.

Vielleicht brauchen wir wieder eine Vorstellung von einer Zukunft, für die es sich zu hoffen lohnt.

Ein Gedanke zum Schluss

Bei all den großen Fragen über unsere Welt passiert etwas sehr leicht: Wir schauen nach draußen. Auf Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie und auf die Menschen, die darüber entscheiden.

Dabei gibt es einen Bereich, bei dem wir tatsächlich sofort beginnen können: bei uns selbst.

Nicht indem wir sofort etwas verändern. Sondern indem wir zunächst herausfinden, wie wir die Welt überhaupt sehen. Was fällt uns auf? Was übersehen wir? Worauf richtet sich unsere Aufmerksamkeit – und worauf nicht?

Das Spannende daran ist: Wir können selbst nur schwer beurteilen, was wir nicht wahrnehmen. Denn was wir übersehen, fehlt schließlich auch in unserem Bild der Wirklichkeit.

Genau deshalb habe ich die Wahrnehmungsüberprüfung entwickelt. Sie soll dir keine Antworten vorgeben und dir auch nicht sagen, wie du die Welt sehen solltest. Sie gibt dir die Möglichkeit, selbst herauszufinden, wie viel du tatsächlich wahrnimmst.

Vielleicht ist das ein guter Anfang.

Bevor wir entscheiden, was sich in der Welt verändern sollte, können wir zunächst überprüfen, durch welche Augen wir sie überhaupt betrachten.

Meine Wahrnehmung überprüfen