Wie beginnst du dich am besten auf die nächsten Jahre vorzubereiten
Oct 13, 2026Die Welt verändert sich schnell. Jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten, Einschätzungen, Warnungen und Prognosen darüber, was als Nächstes passieren könnte.
Aber je mehr Informationen wir bekommen, desto leichter wird eine entscheidende Frage übersehen:
Woher weißt du eigentlich, worauf du dich vorbereiten solltest?
Nicht irgendein Experte. Nicht die Gesellschaft. Sondern du für dein eigenes Leben und vielleicht für deine Familie.
Woher weißt du, welchen Informationen du vertrauen kannst? Was tatsächlich wichtig ist? Und was sich daraus für die kommenden Jahre entwickeln könnte?
Genau darum geht es in diesem Artikel. Und vielleicht liegt die Antwort an einer Stelle, an der wir heute nur noch selten danach suchen.
Der Zustand der Welt: Woher weißt du, worauf du dich vorbereiten musst?
Wenn du dir ansiehst, was gerade in der Welt passiert: Glaubst du eigentlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind? Und wenn du dir ansiehst, wie schnell sich die Welt gerade verändert – weißt du, worauf du dich vorbereiten musst? Weißt du, was du als Einzelner oder gemeinsam mit deiner Familie tun sollst? Wo bist du sicher? Was könnte auf dich zukommen? Und vor allem: Woher bekommst du die Informationen, um solche Entscheidungen überhaupt treffen zu können? Vielleicht machst du zunächst das, was fast alle Menschen tun. Du hörst Nachrichten. Du liest Artikel. Du schaust dir Videos an. Du hörst dir Expertenmeinungen an. Und dann versuchst du, aus all diesen Informationen herauszufinden, was wahrscheinlich passieren wird und was für dich das Beste ist. Und daran ist zunächst einmal überhaupt nichts falsch. Ich bin nur unglaublich dankbar dafür, dass ich in meinem Leben noch eine vollkommen andere Möglichkeit kennenlernen durfte, Informationen zu bekommen. Und darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
Weißt du, Naturvölker hatten auch so etwas wie einen Nachrichtendienst. Sie hatten Scouts. Kundschafter. Menschen, die loszogen, um herauszufinden, was außerhalb des eigenen Gebietes geschah. Wo sich Tiere bewegten. Wo andere Menschen unterwegs waren. Ob irgendwo eine Gefahr entstand. Wie sich das Land veränderte. Und vieles mehr. Aber es gab einen wesentlichen Unterschied zu heute: Der Scout brachte in erster Linie nicht das zurück, was jemand anderes ihm erzählt hatte. Er berichtete, was er selbst gesehen, gehört und wahrgenommen hatte. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Denn heute liegen zwischen einem Ereignis und uns oftmals viele Ebenen. Jemand erlebt etwas. Jemand berichtet darüber. Eine Nachrichtenagentur übernimmt es. Eine Redaktion bearbeitet es. Eine Überschrift wird daraus gemacht. Ein Ausschnitt wird gewählt. Jemand kommentiert es. Ein anderer macht ein Video darüber. Und Algorithmen entscheiden zusätzlich mit, was wir davon überhaupt zu sehen bekommen. Und natürlich gibt es auch Falschinformationen. Es gibt Interessen. Und es gibt Überschriften und Darstellungen, die vor allem Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Das bedeutet nicht, dass Nachrichten grundsätzlich falsch sind. Aber es bedeutet: Je mehr Ebenen zwischen einer Information und dir liegen, desto wichtiger wird es, überprüfen zu können, was du tatsächlich weißt. Und genau das war die Aufgabe eines guten Scouts. Er musste lernen, sehr genau wahrzunehmen. Nicht das zu sehen, was er sehen wollte. Nicht das zu sehen, was er erwartete. Sondern das, was tatsächlich da war.
Aber damit hört es noch lange nicht auf. Vielleicht kennst du das sogar noch von deinen Großeltern oder Urgroßeltern. Viele Menschen konnten früher das Wetter erstaunlich gut vorhersagen. Nicht weil sie eine Wetter-App hatten. Sie beobachteten den Himmel, die Wolken, den Wind, das Verhalten der Tiere, die Feuchtigkeit, die Pflanzen, Gerüche und unzählige andere Dinge. Sie hatten über Jahre und Jahrzehnte Muster wahrgenommen. Und dadurch konnten sie aus dem, was jetzt geschah, Rückschlüsse darauf ziehen, was wahrscheinlich als Nächstes geschehen würde. In der Tradition, in der ich lernen durfte, ging dieses Prinzip noch wesentlich weiter. Mein Lehrer erzählte mir davon, wie Menschen Veränderungen und Gefahren anhand der Natur frühzeitig wahrnahmen. Und in dieser Tradition gab es noch eine weitere Ebene: Menschen, deren Aufgabe es war, sich ganz gezielt mit möglichen Entwicklungen der Zukunft auseinanderzusetzen. Visionäre. In manchen Überlieferungen gab es ganze Gruppen, die sich damit beschäftigten. Visionary Societies. Und genau aus einer solchen Tradition durfte ich lernen. Über 30 Jahre lang. Und etwas daran war für mich besonders faszinierend. Die Linie, aus der mein Lehrer kam, war nicht irgendwann abgebrochen und später aus Büchern wieder zusammengesetzt worden. Das Wissen war von Mensch zu Mensch weitergegeben worden. Und damit wurde für mich eine Frage immer wichtiger: Was kann ein Mensch eigentlich wahrnehmen, wenn er lernt, wieder direkt wahrzunehmen? Ohne all die Ebenen dazwischen.
Interessanterweise begann das Training nicht mit Visionen. Es begann nicht damit, die Zukunft vorauszusagen. Es begann mit etwas viel Einfacherem: mit Wahrnehmung. Was siehst du? Was hörst du? Was riechst du? Welche Veränderungen bemerkst du? Welche Spuren kannst du lesen? Was geschieht mit einem Menschen vor dir? Was verändert sich in seiner Körpersprache? Was geschieht in dir selbst? Denn wenn schon die Wahrnehmung, auf der alles Weitere aufbaut, ungenau ist, wie soll daraus am Ende ein klares Ergebnis entstehen? Das Fundament war deshalb immer: Wahrnehmung. Und je tiefer diese Wahrnehmung wurde, desto mehr begann sich zu öffnen.
Ich habe das ziemlich früh auf eine Weise erlebt, die mich damals vollkommen überrascht hat. Ich war damals noch ein junger Mann. Und eines Tages war ich draußen im Wald. Ich war vollkommen wach. Meine Augen waren offen. Es war Tag. Und plötzlich geschah etwas Merkwürdiges. Vor meinem inneren Auge lief eine Szene ab. Fast wie ein Film. Und dieser Film war unglaublich klar. Ich sah mich mit meinem Auto durch die Bahnhofstraße meiner Heimatstadt fahren. Ich kam zu einer bestimmten Kreuzung und wollte dort links abbiegen. Also ordnete ich mich auf der linken Spur ein. Ich war das erste Auto an der Kreuzung. Die Ampel war rot. Dann kam ein anderes Auto und hielt rechts neben mir. Ich schaute hinüber. Und in diesem Auto saß ein Freund von mir. Wir sahen uns. Und wir kurbelten beide unsere Fensterscheiben hinunter. Damals musste man das noch mit der Hand machen. Er schaute mich an und fragte: „Wie geht's dir?“ Ich sagte: „Gut. Und dir?“ Und er sagte nur: „Na ja, weißt eh.“ Dann hielt er seine linke Hand hoch. An seinem Ringfinger war ein nagelneuer Ring. Und er sagte: „Ich heirate morgen.“ Dann sprang die Ampel auf Grün. Ich bog links ab. Er fuhr geradeaus. Und damit war die Szene vorbei. Einfach weg. Ich stand noch immer im Wald. Es war Tag. Meine Augen waren offen. Alles war vollkommen normal. Nur dieser Film war gerade mit einer solchen Klarheit vor meinem inneren Auge abgelaufen, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich damit anfangen sollte. Ich war verblüfft. Aber irgendwann ging ich weiter.
Am nächsten Tag musste ich in die Stadt fahren. Ich fuhr die Bahnhofstraße entlang und kam zu dieser Kreuzung. Ich wollte links abbiegen. Nicht wegen der Erfahrung vom Vortag. Ich musste dort einfach lang. Und ehrlich gesagt hatte ich diese ganze Geschichte schon fast wieder vergessen. Ich ordnete mich links ein. Die Ampel war rot. Ich war das erste Auto an der Kreuzung. Und dann kam rechts neben mir ein Auto zum Stehen. Ich schaute hinüber. Und da saß mein Freund. In diesem Moment kam die Erinnerung zurück. Wir sahen uns an und kurbelten gleichzeitig die Fenster hinunter. Er fragte: „Wie geht's dir?“ Ich sagte: „Gut. Und dir?“ Und er antwortete: „Na ja, weißt eh.“ Dann hob er seine linke Hand. An seinem Ringfinger war ein neuer Ring. Und er sagte: „Ich heirate morgen.“ Die Ampel wurde grün. Ich bog links ab. Er fuhr weiter. Und ich saß in meinem Auto und war vollkommen geflasht. Denn ich hatte diese Szene schon erlebt. Am Tag zuvor. Im Wald. Nicht ungefähr. Nicht irgendwie ähnlich. Sondern mit einer Klarheit und mit Details, die mich damals vollkommen überforderten. Wie konnte das sein?
Einige Zeit später lernte ich von meinem Lehrer etwas über Zukunft, das meine Vorstellung davon grundlegend verändert hat. Er sagte sinngemäß: Die Zukunft existiert nicht als etwas Festgeschriebenes. Es gibt nicht diese eine Zukunft, die irgendwo bereits fertig auf uns wartet. Er sprach stattdessen von wahrscheinlichen und möglichen Zukünften. Manche Entwicklungen sind aufgrund dessen, was jetzt geschieht, sehr wahrscheinlich. Andere sind möglich. Aber mit jeder Entscheidung verändert sich etwas. Mit deinen Entscheidungen. Mit meinen Entscheidungen. Mit den Entscheidungen anderer Menschen. Mit Ereignissen, die stattfinden. Dadurch kann etwas, das heute wahrscheinlich erscheint, morgen nur noch möglich sein. Und etwas, das heute lediglich möglich erscheint, kann plötzlich sehr wahrscheinlich werden. Das hat für mich sehr viel verändert. Denn damit ging es nicht mehr darum: „Sag mir, was in der Zukunft passieren wird.“ Sondern: „Was ist aufgrund dessen, was jetzt vorhanden ist, wahrscheinlich – und was ist möglich?“ Und noch wichtiger: „Was kann ich heute tun?“
Mein Lehrer zeigte mir später auch Wege, wie man bewusst mit diesen Ebenen arbeiten kann. Denn meine Erfahrung damals im Wald war nicht bewusst entstanden. Ich hatte sie nicht gesucht. Sie war einfach da. Mit den Jahren lernte ich, dass man Wahrnehmung wesentlich weiter entwickeln kann, als ich damals für möglich gehalten hätte. Aber eines blieb immer gleich: Alles beginnt mit Wahrnehmung. Wenn deine Wahrnehmung nicht klar ist, werden auch deine Schlussfolgerungen nicht klar sein. Wenn du nur das wahrnimmst, was du ohnehin glaubst, wirst du deine eigenen Überzeugungen immer wieder bestätigt finden. Wenn Angst deine Wahrnehmung bestimmt, wirst du überall Hinweise auf Gefahr entdecken. Wenn Hoffnung deine Wahrnehmung bestimmt, kannst du genauso Dinge übersehen, die du eigentlich sehen müsstest. Deshalb ist die erste Aufgabe nicht, die Zukunft lesen zu lernen. Die erste Aufgabe ist: Lerne wahrzunehmen, was tatsächlich da ist.
Und damit kommen wir zurück zum Zustand unserer Welt. Ich kann dir nicht sagen: Das wird in drei Jahren passieren. Oder das wird in fünf Jahren passieren. Denn das würde genau dem widersprechen, was ich gelernt und erlebt habe. Es gibt mögliche Zukünfte. Und es gibt wahrscheinliche Zukünfte. Und sie verändern sich. Aber genau deshalb halte ich es gerade in einer Zeit großer Veränderungen für so wichtig, dass wir unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung wieder entwickeln. Denn wenn du schon nicht klar erkennen kannst, was heute vor dir liegt: Wie möchtest du dann erkennen, was sich daraus entwickeln könnte? Natürlich lese auch ich Nachrichten. Aber ich versuche nicht einfach, sie zu glauben oder nicht zu glauben. Ich stelle Fragen. Woher kommt diese Information? Wer hat das tatsächlich beobachtet? Was wissen wir wirklich? Was wurde interpretiert? Was fehlt? Warum wird mir gerade dieser Ausschnitt gezeigt? Welche anderen Erklärungen wären möglich? Was nehme ich selbst wahr? Was kann ich überprüfen?
Und schließlich gibt es für mich noch eine weitere Ebene. Das, was ich Inner Vision nenne. Du könntest es vielleicht mit Intuition oder einem sehr klaren Bauchgefühl vergleichen, obwohl diese Begriffe für mich nicht ganz dasselbe beschreiben. Auch das überprüfe ich. Denn eine innere Eingebung ist nicht automatisch wahr, nur weil sie sich gut oder stark anfühlt. Je wichtiger die Entscheidung, desto wichtiger die Überprüfung.
Vor vielen Jahren bekam ich von meinem Lehrer einen Satz mit. Eigentlich kam er von seinem Lehrer. Ein einziger Satz: Awareness is the doorway to the spirit. Wahrnehmung ist die Tür zum Spirit. Damals glaubte ich zu verstehen, was damit gemeint war. Heute, nach mehr als 30 Jahren Lernen in dieser Tradition und fast 35 Jahren Unterrichten, verstehe ich vielleicht ein bisschen mehr davon. Ich habe erlebt, dass sich Wahrnehmung immer weiter vertiefen kann. Aber diese Tür beginnt nicht mit Visionen. Sie beginnt nicht damit, in die Zukunft zu schauen. Sie beginnt viel näher. Mit dem Menschen vor dir. Mit einem Vogel. Mit einer Spur im Boden. Mit deinen eigenen Gedanken. Mit dem, was gerade in diesem Augenblick tatsächlich geschieht. Dort beginnt Wahrnehmung.
Und genau deshalb habe ich eine kleine Erfahrungsreihe angelegt. Sie heißt „Wahrnehmung überprüfen“. Darin erkläre ich dir nicht einfach, wie gut deine Wahrnehmung ist. Du kannst es selbst herausfinden – anhand kleiner Erfahrungen und Aufgaben aus deinem eigenen Leben.
Wenn du klarer erkennen möchtest, was in den nächsten Jahren auf dich und deine Familie zukommen könnte, würde ich deshalb nicht mit der Zukunft beginnen. Ich würde mit dem beginnen, worauf alles andere aufbaut: deiner Wahrnehmung.
Hier kannst du direkt mit der kostenlosen Erfahrungsreihe beginnen: